Mittlere Bombenflugzeuge SNCAC NC.150

Der im Rumpf der NC.150 installierte dritte Motor der Bi-Tri-Formel wurde über eine Einlaufhutze auf dem Rumpf mit Luft versorgt und gekühlt. Er trieb einen Turbokompressor zur Aufladung der beiden anderen Triebwerke an.


Ein Bomber für große Höhen -

Zu den Firmen, die im Zuge der Verstaatlichung der französischen Luftfahrtindustrie 1936 in der SNCAC zusammengefaßt wurden, gehörte auch der Spezialist für Höhenflugzeuge Farman, der als erster im Lande die Druckbelüftung eingeführt hat. Angesichts der angespannten politischen Lage sah sich die Regierung seinerzeit veranlaßt, die Entwicklung mehrerer Bomber anzukurbeln: die NC.140 als schweres Bombenflugzeug und die NC.150 in der Mittelklasse für größere Flughöhen.

Eine neue Formel: Bi-Tri -

Die NC.150 entstand ab 1937 im Werk Toussus-le-Noble und flog am 14. Mai 1939 zum erstenmal. Das mit drei Triebwerken ausgerüstete Flugzeug folgte insofern einer neuen Formel, als die beiden in Flügelgondeln montierten Hispano-Suiza-Motoren von einem dritten Triebwerk des gleichen Herstellers aufgeladen wurden, das sich im Rumpf über dem Bombenschacht befand. Allerdings erwies sich dieser sogenannte Bi-Tri-Antrieb für den Höhenflug als unzureichend und wurde bei den nächsten Prototypen wieder aufgegeben.

Ein Opfer des Krieges -

Mit dem Waffenstillstand im Juni 1940 kam auch das NC.150-Programm zum Stillstand. Der erste Prototyp wurde in Bordeaux zerstört, der zweite auf den Stand 152 umgerüstet und der dritte nie gebaut. Der zweite Prototyp war für eine Kampfmittelzuladung von 1350 kg ausgelegt und sollte neben einer Maschinenkanone noch zwei Maschinengewehre erhalten.

Die wichtigsten Versionen: NC.150 (zwei Prototypen).

Die wichtigsten Abnehmerländer: Frankreich.
 


TECHNISCHE DATEN:

Typ: NC. 150-01
Art: mittlerer Höhenbomber

Triebwerk:
zwei flüssigkeitsgekühlte Zwölfzylinder-V-Triebwerke Hispano-Suiza 12 Y-32/33 mit je 712 kW in 9 000 m Höhe plus ein Hispano-Suiza 12 Xirs mit 515 kW als Lader

Leistungen:
Höchstgeschwindigkeit 600 km/h;
Reisegeschwindigkeit 470 - 500 km/h;
Dienstgipfelhöhe 11 500 m;

Reichweite 2 200 km

Masse:
Leermasse 7 732 kg;
höchstzulässige Abflugmasse 10 077 kg

Abmessungen:
Flügelspannweite 21,86 m;
Länge 17,60 m;
Flügelfläche 61,50 m2

Bewaffnung:
geplant waren eine Kampfmittelzu-ladung von 1350 kg plus zwei Maschinengewehre und eine Maschinenkanone

Besatzung: 4
 

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