Heereshubschrauber Sikorsky R-6

Eine HOS-1 der US-Marine bei einem Testflug.


Die Geburt einer Legende -

Während seines Studiums in Paris lernte Igor I. Sikorsky 1909 einige der großen Luftfahrtpioniere kennen. 1909 und 1910 baute er in Kiew zwei Hubschrauber, die sich aufgrund ihrer mangelnden Triebwerkleistung nicht in die Luft erhoben. Nach der Oktoberrevolution emigrierte Sikorsky in die USA, wo er 1923 die Sikorsky Aero Engineering Corporation gründete. 1939 gelang ihm als technischem Leiter der Vought Sikorsky Division von United Aircraft der Bau des ersten wirklich verwendungsfähigen amerikanischen Hubschraubers mit der Bezeichnung VS-300.

Der erste Kriegseinsatz -

Aus der VS-300 entstanden nacheinander die Modelle R-4, R-5 und R-6. Die R-4 (VS-316) konnte zwei Passagiere in einer geschlossenen Kabine befördern und wurde in 130 Exemplaren gebaut. Sie war der erste Hubschrauber, der im zweiten Weltkrieg eine abgeschossene Flugzeugbesatzung hinter den japanischen Linien rettete. Die R-5 entstand aus der VS-327 und führte schließlich zur S-51.

Beobachtungs- und Rettungshubschrauber -

Aus der R-4 wurde die R-6 mit identischem Rotor und Getriebe, aber leistungsstärkerem Triebwerk entwickelt. Der neukonstruierte Rumpf lief in einen Heckrotorträger aus Metall in Halbschalenbauweise aus. Der Erstflug fand am 15. Oktober 1943 statt. Der inzwischen in Sikorsky Aircraft Division umgetaufte Unternehmensbereich von United Aircraft (heute United Technologies) produzierte 225 Exemplare, davon 219 der Serienversion R-6 A, die von der US-Marine unter der Bezeichnung HOS-1 für Beobachtungs- und Rettungsaufgaben eingesetzt wurden. Zwei liegende Verwundete konnten in Tragen außerhalb des Rumpfes transportiert werden.

Die wichtigsten Versionen
R-6A; HOS-1 (US-Marine);
Hoverfly II (Großbritannien).

Die wichtigsten Abnehmerländer USA, Großbritannien.
 


——— TECHNISCHE DATEN ———
Typ: R-6A
Art: Beobachtungs- und Rettungshubschrauber
Triebwerk: ein luftgekühltes Sechszylinder-Boxertriebwerk Franklin O-405-9 mit 180 kW
Leistungen: Höchstgeschwindigkeit 160 km/h;
Dienstgipfelhöhe 3 000 m;
Reichweite 395 km Masse:
höchstzulässige Abflugmasse 1 180kg
Abmessungen: Hauptrotordurchmesser 11,60 m;
Länge über alles 14,60 m;
Rumpflänge 11,15 m;
Höhe 3,17 m;
Rotorkreisfläche 105,30 m2
Bewaffnung: keine
Besatzung: 2
 

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