|
Aus der Not geboren -
Als die deutschen Streitkräfte 1917 wiederholt Bombenangriffe gegen London flogen, beschlossen die britischen Streitkräfte, mit Hochdruck eigene Langstreckenbomber
einzuführen, um Vergeltungsangriffe durchführen zu können. Da sich die ursprünglich vorgesehenen Airco DH-9 und DH-9A nicht bewährten, nahm Geoffrey de Havilland die Entwicklung der DH-10 auf, die aus Zeitgründen
auf der DH-3 aus dem Jahr 1916 basierte.
Anordnung der Triebwerke -
Der erste der drei Prototypen (Amiens Mk I) dieses robusten Flugzeugs startete am 4. März 1918 mit Druckpropellern und zwei
BHP-Triebwerken von je 169 kW zwischen den Tragflügeln zu seinem Erstflug. Die beiden folgenden Prototypen Amiens Mk II und Mk III waren mit Zugpropellern ausgestattet. Erst das vierte Modell Amiens Mk IIIA mit
seinen direkt auf den unteren Tragflügeln installierten Liberty-Triebwerken entsprach der künftigen Serienausführung.
Zu spät -
Zwar wurden noch 1295 Amiens bestellt, doch erhielt das Royal Flying
Corps bis zum Kriegsende nur acht Exemplare, von denen keines mehr in die Kampfhandlungen eingriff. Nach dem Krieg lief die Produktion dennoch bis zur Baunummer 220 weiter.
Die wichtigsten Versionen:
DH-10 Amiens Mk I, II, III, IIIA (mit zwei Triebwerken Eagle VIII von je 276 kW).
Die wichtigsten Abnehmerländer: Großbritannien.
|
|
TECHNISCHE DATEN:
Typ: DH-10 Amiens Mk III Art: Langstreckenbomber Triebwerk: zwei flüssigkeitsgekühlte Zwölfzylinder-V-Triebwerke Liberty 12 mit je 294 kW
Leistungen: Höchstgeschwindigkeit 180km/h in 3 000 m Höhe; Dienstgipfelhöhe 5 000 m; Flugdauer 5 h 45 min Masse: Leermasse 2 533 kg; höchstzulässige Abflugmasse 4 082 kg
Abmessungen:
Flügelspannweite 19,96 m; Länge 12,08 m; Höhe 4,42 m; Flügelfläche 77,79 m2
Bewaffnung: ein oder zwei 7,7-mm-Maschinengewehre auf Scarff-Lafette im vorderen (und mittleren) Cockpit;
Kampfmittelzuladung 408 kg Bomben
Besatzung: 3 oder 4
|