Heereshubschrauber Focke-Achgelis Fa 223 "Drache"

Die französische Firma SNCASE baute nach Kriegsende eine Fa 223 aus erbeuteten Bestandteilen zusammen und erprobte sie unter der Bezeichnung SE-3000.


Kein Hubschrauber für die Lufthansa -

Schon 1931 hatte der deutsche Flugzeugkonstrukteur Prof. Heinrich Focke die Entwicklung von Drehflüglern aufgenommen. 1932 schied er aus der Firma Focke-Wulf aus und gründete 1937 zusammen mit Gerd Achgelis die Firma Focke-Achgelis. Im August 1940 wurde die Erprobung eines Experimentalhubschraubers mit zwei Rotoren auf seitlichen Auslegern aufgenommen, der auf dem ursprünglich für die Lufthansa bestimmten, aber nicht mehr verwirklichten Verkehrshubschrauber Fa 266 Hornisse basierte.

Der geflügelte Drache -

Da der Krieg offenbar länger dauern würde als vorgesehen, interessierte sich 1941 auch das Reichsluftfahrtministrium für die Hubschrauberentwicklung und gab 100 Exemplare des inFa 223 Drache umgetauften Musters in Auftrag. Geplant war ein Einsatz als militärischer Transporthubschrauber, als Minenleger und für die Geleitsicherung. Ferner waren der Einbau einer Aufklärungskamera und einer Lastenwinde für das Absetzen von Versorgungsgütern in unzugänglichen Gegenden vorgesehen.

Im Kriegseinsatz -

Da die Fertigungswerke in Hoykenkamp Mitte 1942 und in Laupheim am 19. Juli 1944 durch Bombenangriffe zerstört wurden, konnten nur etwa 17 bis 20 Fa 223 fertiggestellt werden, von denen rund die Hälfte auf den Werkflugplätzen zerstört wurden. Etwa zehn Fa 223 sollen Einsätze geflogen und dabei um 400 Flugstunden gesammelt haben. Ein Exemplar wurde von den Engländern erbeutet, zwei landeten in der Tschechoslowakei und einige in der Sowjetunion.

Die wichtigsten Versionen: Fa223.

Die wichtigsten Abnehmerländer: Deutschland.
 


TECHNISCHE DATEN:
Typ: Fa 223
Art: Transporthubschrauber
Triebwerk: ein luftgekühltes Neunzylinder-Sterntriebwerk BMW Bramo Panier 323 Q3-301 mit 736 kW

Leistungen:
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h;
Dienstgipfelhöhe 2 000 m;
Reichweite 700 km mit Zusatztank

Masse:
Leermasse 3 175 kg;
höchstzulässige Abflugmasse 4 310kg

Abmessungen:
Rotordurchmesser 12 m;
Länge 12,25 m;
Höhe 4,35 m;
Rotorkreisfläche insgesamt 226,2 m2

Bewaffnung:
mehrere Maschinengewehre MG 15
Besatzung: 2
 

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