Heereshubschrauber Bristol 173 und 192 Belvedere

Der erste Prototyp der 173 litt unter anderem an heftigen Schwingungen bei drehenden Rotoren am Boden und wies stark nach oben abgewinkelte Stabilisatoren am Heck auf, die später durch nach unten geneigte Flossen ersetzt wurden.


Eine langwierige Entwicklung -

Die Bristol 173 war der erste Hubschrauber mit Tandemrotoren, der in Großbritannien entwickelt wurde. Er entstand im Rahmen eines Pflichtenhefts des Beschaffungsministeriums und hatte zwei von zwei Triebwerken des Typs Alvis Leonides über eine gemeinsame Welle angetriebene Sycamore-Rotoren. Der erste Prototyp führte am 3. Januar 1952 seinen ersten Schwebeflug durch. Der Erstflug konnte aufgrund verschiedener technischer Schwierigkeiten erst am 24. August des gleichen Jahres stattfinden. Die 173 Mk l wurde dann der RAF für eine gründliche Versuchsreihe übergeben und 1953 auch an Bord der HMS Eagle auf hoher See erprobt. Am 31. August 1953 flog dann der zweite Prototyp (173 Mk2), den Bristol ein Jahr später an die Luftwaffe lieferte.

Gastspiel im Luftverkehr -

Im Jahr 1956 lieh British European Airways den zweiten Prototyp für eine Testreihe im Luftverkehrseinsatz, doch machte ein Unfall am 16. September diesem Vorhaben ein vorzeitiges Ende. Das Ministerium bestellte drei weitere Geräte (173 Mk3), von denen eines als Prototyp für die Marineversion diente. Dann folgte noch ein Auftrag für drei Exemplare dieser bordgestützten Ausführung 191, der jedoch kurz darauf wieder annulliert wurde. Das Programm ging indessen weiter.

Erweiterte Möglichkeiten -

Die RAF suchte nach wie vor nach einem Hubschrauber für den Transport von Fallschirmjägern und Verwundeten, der auch imstande sein sollte,
in einem Lastennetz eine sperrige Außenzuladung zu befördern. Sie bestellte im April 1956 den Typ 192 in 22 Exemplaren und erweiterte den Auftrag später auf 26 Einheiten. Das elfte Gerät wurde als Belvedere HC.l im August 1961 an die 66. Staffel geliefert.

Die wichtigsten Versionen:
173 Mk l, 2 und 3 (Prototypen);
191 (Versuch einer Marineversion);
192 und Belvedere HC.l (wichtigste Serienversion).

Die wichtigsten Abnehmerländer: Großbritannien.
 


TECHNISCHE DATEN:
Typ: Belvedere HC.l
Art: taktischer Truppentransporter
Triebwerk: zwei Turbinentriebwerke Napier Gazelle N.Ga.2 mit je 1092 kW Leistungen: Reisegeschwindigkeit 222 km/h;
Dienstgipfelhöhe 5 275 m;
Überführungsreichweite 740 km
Masse: Leermasse 5 277 kg;
höchstzulässige Abflugmasse 9 070 kg
Abmessungen: Hauptrotordurchmesser 14,91 m;
Länge bei drehenden Rotoren 27,36 m;
Höhe 5,26 m;
Hauptrotorkreisfläche 349,30 m2 (beide Rotoren)
Bewaffnung: keine
 

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