Bombenflugzeuge Avro 679 Manchester

Die Manchester war kein Erfolg für die Firma Avro; allerdings kam die Fehleranalyse beim Entwurf des besten RAF-Bombers, der Lancaster, zum Tragen.


Schwierige Geburt -

Was die Entwicklung der Mitte der dreißiger Jahre entstandenen Avro Manchester stark beeinträchtigte, war die Tatsache, daß es sich um das erste Muster einer neuen Baureihe handelte. Sowohl die Zelle als auch der Antrieb (zwei Rolls-Royce Vulture) waren neu. Die ersten Prototypen, die ab Juli 1939 flogen, mußten deshalb in wesentlichen Punkten modifiziert werden, ohne daß sich dabei die grundlegenden Fehler des Entwurfs beseitigen ließen. Die Spannweite wurde um 3,05 m vergrößert und das Leitwerk mehrmals radikal geändert.

Ein nicht sehr beliebtes Flugzeug -

Trotz der vom Aircraft and Armament Experimental Establishment in Boscombe Down bei den Flugversuchen festgestellten Mängel wurde die Avro 679 ab November 1940 der Truppe zugeführt. Die 207. Staffel setzte ihre Manchester in der Nacht vom 24. auf 25. Februar 1941 zum erstenmal im Kampf ein, und bis Juni 1942 wurden zweihundert Manchester in Dienst gestellt. Sie flogen insgesamt 1269 Einsätze, mußten dabei aber hauptsächlich aufgrund der wenig zuverlässigen und leistungsschwachen Triebwerke erhebliche Verluste einstecken. 40 Prozent der Bomber gingen bei Feindflügen verloren und weitere 25 Prozent bei Unfällen. Ihren letzten Einsatz flogen die Manchester am 25. Juni 1942 gegen Bremen.

Die wichtigsten Versionen:
Manchester Mk l (neben dem Doppelleitwerk wies dieses Flugzeug noch eine Seitenflosse in der Mitte auf);
Mk l A (Doppelleitwerk mit vergrößerten Flächen).

Die wichtigsten Abnehmerländer: Großbritannien.
 


TECHNISCHE DATEN:
Typ: 679 Manchester
Art: mittelschwerer Bomber
Triebwerk: zwei Reihentriebwerke Rolls-Royce Vulture mit je 1294 kW
Leistungen: Höchstgeschwindigkeit 426 km/h in 5 200 m Höhe; Dienstgipfelhöhe 5 850 m;
Einsatzradius mit 3 675 kg Bomben 2 623 km
Masse: höchstzulässige Abflugmasse 2 540 kg
Abmessungen: Flügelspannweite 27,46 m;
Länge 21,13 m;
Höhe ca.6,10 m;
Flügelfläche 105,63 m2
Bewaffnung: acht 7,7-mm-Maschinengewehre: zwei im Bug, zwei auf dem Rumpf und vier am Heck;
Bombenzuladung 4 695 kg
Besatzung: 7
 

ag_back