Schulflugzeug Aero L-59 "Albatros"

aero l59 albatros

Diese Aufnahme zeigt den seriennahen Prototyp L-39MS auf der Luftfahrtausstellung
 1989 in Le Bourget.


Der untermotorisierte Albatros -

Trotz seines großen Erfolgs (Anfang 1990 hatten bereits über 2 350 Exemplare die Montagehalle verlassen) hatte der Strahltrainer L-39 Albatros der tschechoslowakischen Aero Vodochody Narodni Podnik von Anfang unter schweren Mängeln zu leiden. So war das Iwtschenko-Triebwerk AI-25TL zu leistungsschwach, während die Schleudersitze von Fluglehrer und Flugschüler nicht höhengestaffelt waren und erst ab 150 km/h funktionierten. Die sowjetische Industrie hatte erhebliche Schwierigkeiten mit der Entwicklung eines kleinen Strahltriebwerks ausreichender Leistung. Erst 1989 konnte Lotarew seinen DV-2 der Öffentlichkeit vorstellen, mit dessen Produktion die tschechoslowakische Firma ZVL beauftragt wurde.

Neuer Aufschwung für den Albatros -

Endlich sah sich Aero in der Lage, die Entwicklung der leistungsfähigeren Schul- und Luftnahunterstützungsversion L-39MS zum Abschluß zu bringen, deren erster Prototyp X22 bereits am 30. September 1986 geflogen war. Neben dem neuen Triebwerk sind folgende Änderungen bemerkenswert: Tragflügel mit neuem NACA-Profil, Flügelklappen und Querruder aus einer Leichtmetall-Sandwichkonstruktion und Einbau eines kombinierten Blickfeld- und Bildschirmsichtgeräts, eines Kartensichtgeräts und eines Warnsystems mit synthetischer Sprachausgabe. Die alten Schleudersitze VS-1 wurden durch höhengestaffelte 0/0-Schleudersitze VS-2 ersetzt. Nach
dem Erstflug der ersten serienmäßigen L-39MS am 1. Oktober 1989 wurde die Benennung kurz vor der Präsentation auf der Luftfahrtschau 1990 in Farnborough in L-59 geändert.

Die wichtigsten Versionen L-59 (früher: L-39MS).

Die wichtigsten Abnehmerländer Tschechoslowakei.
 


———— TECHNISCHE DATEN ———
Typ: L-59
Art: Schul- und Luftnahunterstützungsflugzeug
Triebwerk: ein ZTL-Strahltriebwerk ZVL (Lotarew) DV-2 mit 21,6 kN
Leistungen: Höchstgeschwindigkeit 876 km/h in 5 000 m Höhe; Dienstgipfelhöhe 11 730 m;
Reichweite 1 500 km
Masse: Leermasse 5 510kg;
höchstzulässige Abflugmasse 7 000 kg
Abmessungen: Flügelspannweite 9,16m;
Länge 12,13 m;
Höhe 4,77 m;
Flügelfläche 18,80 m2
Bewaffnung: eine zweirohrige 23-mm-Maschinen-kanone GSh-23 in Rumpfbehälter;
Kampfmittelzuladung 1 100 kg an vier Unterflügellastträgern
Besatzung: 2
 

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